Reiki-Geschichte

Die Reiki-Geschichte in einer Kurzfassung

Über die Geschichte der Reiki-Systeme und -Methoden, besonders über die Lebensgeschichte von Mikao Usui, existieren einige Legenden, die wir hier nicht wiedergeben oder kommentieren möchten. Wir beschränken uns einerseits auf Tatsachen, bzw. bemühen uns, dem aktuellen Stand der Geschichtsforschung so nahe wie möglich zu kommen. Für sachdienliche Hinweise und Verweise auf neue Erkenntnisse sind wir dankbar.

Mikao Usui wurde am 15. August 1865 in Tania i-mura, einem kleinem Ort in der Präfektur Gifu, im Landkreis Yamagata, geboren. Dieser Ort wird in der heutigen Zeit Miyamo-cho genannt.

Zu dieser Zeit, der Edo-Zeit (ca.1600-1868), herrschte in Japan ein feudales System, welches neben der zentralen Herrschaft des Kaisers (Tenno) auf einer landesweiten Gewaltenteilung durch die Shogune mit deren Samurai beruhte. Der überwiegende Teil der Bevölkerung durfte keinen Nachnamen führen und auch nicht wählen oder andere bürgerliche Rechte ausüben. Jegliche fremde Religionen waren verboten und, auf Grund der sakoku, der weitgehenden nationalen Isolation Japans vom Rest der Welt, in der Bevölkerung wenig bekannt.

Die Familie von Mikao Usui gehörten als Hatamoto-Samurai zum Chiba-Clan. Als Wachen unterstanden sie direkt dem Shogun. Nachdem Toshitane Chiba, ein Vorfahre dieses Clans, im Jahr 1551 den Ort Usui erobert hatte, erhielten seine Nachkommen den Familiennamen Usui.

Mikao Usui wurde bereits in seiner frühesten Jugend zum Tendai-Buddhisten erzogen. Darüber hinaus wurde er im Kiko, der japanischen Form des QiGong, unterwiesen. Bereits im Alter von 12 Jahren erlernte er Aiki Jutsu, eine frühere Art des Daito Ryo und erhielt vermutlich 1889 in der Kampfkunst den damals höchsten Grad, den Menkyo Kaiden. Auch befasste er sich offensichtlich mit Medizin, asiatischer Heilkunst, Psychologie, Parapsychologie, Physiognomik, Geschichte, Religionen und anderen Geistes-Wissenschaften. Er übte verschiedene Berufe aus, war jedoch kein Arzt. Er unterrichtete auch als Zaike, was ein Laien-Priester im Tendai-Buddhismus ist. In seinem Unterricht verband er Elemente des Tendai-Buddhismus und Shugendo-Buddhismus in genialer Weise mit Shintoismus und den Kampfkünsten.

In den Jahren von 1868 bis 1912 regierte in Japan der Meiji-Kaiser. Sein wirklicher  Name war Mutsuhito. Das Wort Meiji bedeutet soviel wie erleuchtete Regierung. Die Kaiser-Stadt wurde von Kyoto nach Edo verlegt und in Tokyo umbenannt. Im Jahr 1872 wurde per kaiserlichem Dekret die Herrschaft der Shogune mit ihren Samurai abgeschafft. Im Jahr 1889 wurde in Japan eine fortschrittliche Verfassung verkündet. Sowohl aus dem japanisch-chinesischen Krieg (1894-1895) als auch aus dem japanisch-russische Krieg (1904-1905) ging Japan als Sieger hervor.

Bereits in den Jahren 1912 -1914 soll Usui sensei sein Unterrichts-System immer mehr mit den Gokai (Lebensregeln), Jumon (Mantra), Shirushi (Symbol), Meditationen und Waka (Gedichte des Meiji-Kaisers) ausgebaut und erweitert haben. Im März des Jahres 1922 übte er auf dem Berg Kurama, wo sich bekanntlich seit dem 8.Jhdt. ein Tempel des Tendai-Buddhismus befand, der erst später, im Jahr 1946, von der Kokyo-Sekte übernommen wurde, eine 21-tägige buddhistische Meditation aus. Am Ende dieser Fasten und Meditation-Zeit soll er, so wird es auf der Gedenktafel an seinem Grab dargestellt, ein Erlebnis der Erleuchtung gehabt haben, welches auch die Basis für seine spätere Entwicklung der Hand-Heilungs-Methode bildete. Die heute als Reiki bekannten beiden Kanji wurden in Japan als spirituelle Energie bezeichnet.

Im September 1923 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die Region um Tokyo und Yokohama. Schreckliche Trümmer, zahlreiche Tote und ein anschließendes Großfeuer prägten das Bild der beiden Städte.

Es steht wohl außer Zweifel, dass Mikao Usui und die Mitglieder seiner Schule, die er 1922 gegründet hatte, zahlreichen Menschen in der Not geholfen hat. Diese Schule wurde nach seinem Tod von seinen Schülern, unter dem Namen Usui Reiki Ryoho Gakkai, als private Gesellschaft, gegründet. Ehrenhalber wurde er zu ihrem 1.Präsidenten erklärt, was heute auch international anerkannt ist. Diese Usui Reiki Ryoho Gakkai existiert noch heute. Es werden die traditionellen japanischen Methoden praktiziert und gelehrt.

Die Präsidenten der Usui Reiki Ryoho Gakkai in zeitlicher Reihenfolge

Mikao Usui, Juzaburo Ushida, Kanichi Taketomi, Yoshiharu Watanabe, Hoichi Wanamie, Kimiko Koyama, Masaki Kondo

Viele Jahre wurden die Methoden und Praktiken der japanischen Linie, Usui Reiki Ryoho, nicht über Japan hinaus bekannt. Von Chujiro Hayashi, einem früheren Mitglied der Usui Reiki Ryoho Gakkei, wurde die Methode zu Hawayo Takata übertragen, woraus sich später die westliche Linie, Usui Shiki Ryoho, völlig eigenständig entwickelte. Darüber hinaus wurden weitere neue Systeme entwickelt, die zur Entstehung immer neuer Linien führten, die kaum noch überschaubar sind. Das alles hat mit der ursprünglichen Lehre nur noch wenig zu tun.

Erst nach der Jahrtausendwende kam die ursprüngliche japanische Lehre, die Usui Reiki Ryoho, auch nach Deutschland. Zur Pflege der alten japanischen Traditionen, auch außerhalb Japans, wurde am 21.08.2009 die Usui Reiki Ryoho Akademie, als private Vereinigung, in Deutschland gegründet. In der Tradition der Usui Reiki Ryoho Gakkai in Japan, ist die Usui Reiki Ryoho Akademie in Deutschland nicht werbend tätig. [SandoColt]